Lulu
METALLICA / LOU REED, Lulu – 2CD
Solange der Vorrat reicht liefern wir “”Lulu”" inkl. Poster aus!Dieses einzigartige Projekt wird die Fans gleichermaßen überraschen und begeistern: Der New Yorker Avantrock-König Lou Reed und die Thrash-Metal-Ikonen Metallica haben zusammen ein Album namens Lulu aufgenommen und produziert. Auf Lulu haben die beiden Musiklegenden jene Songs gemeinsam eingespielt, die Lou Reed für den gefeierten Theaterregisseur Robert Wilson und dessen “Lulu”-Inszenierung am Berliner Ensemble geschrieben hatte, die im April 2011 Premiere feierte. Inspiration fand Lou Reed dafür u.a. bei den Tragödien “Erdgeist” (1895) und “Die Büchse der Pandora” (1904) des deutschen Dramatikers Frank Wedekind, die zusammen de
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Kein Metallica Album. Schwere Kost, aber lohnt sich.,
Ich gebe es zu: Als vor einigen Monaten bekannt wurde, dass Metallica ein Album mit niemand Geringerem als Lou Reed aufgenommen haben, war ich positiv überrascht, ja geradezu beeindruckt. Ich hatte damit gerechnet, dass Metallica jetzt im Herbst ihrer Karriere angelangt sind und alle paar Jahre ein Album herausbringen, das sich an ihrem letzten Werk Death Magnetic orientiert, welches ja ‘ zu Recht ‘ überwiegend positiv aufgenommen wurde. Eine Zusammenarbeit mit dem alten Grantler Lou Reed, der sich wohl eher als ‘echten’ Künstler als als Unterhaltungsmusiker (im weiteren Sinne) sieht, ist eine mutige Entscheidung, gerade wenn man so eine kritische Fanbase wie Metallica hat. Ich freute mich also auf das Album und hatte von vornherein eine positive Erwartungshaltung.
Ich bin kein großer Lou-Reed-Experte ‘ ich kenne lediglich vier seiner Soloalben, die allesamt wahrscheinlich zu seinen zugänglicheren Alben zählen (Lou Reed, Transformer, Berlin und Magic and Loss, wobei die Zugänglichkeit der letzten beiden durchaus bestritten wird). Lou Reed zählt ja zur Gruppe von bekannten ‘love him or hate him’ Sängern bzw. Interpreten, genau wie auch beispielsweise Bob Dylan, Captain Beefheart, Tom Waits und William Shatner (hehe, kleiner Scherz). Die einen behaupten, dies seien so mit die größten Künstler im großen Feld der ‘populären Musik’ überhaupt, die anderen meinen, diese Typen können überhaupt nicht singen. Ich gehöre eher zur ersten Gruppe, bin aber kein Fundamentalist. Aber eins ist klar: wenn man schon bei zugänglichen und bekannten Lou Reed Songs wie ‘Vicious’, ‘Satellite of Love’ oder ‘Walk on the Wild Side’ der Meinung ist, der Typ sei ein furchtbarer Sänger, dann ist es höchst unwahrscheinlich, dass man an Lulu seine Freude hat (wobei der Umkehrschluss hier nicht zulässig ist).
Was für ein Album ist ‘Lulu’? Das ist schwer zu sagen. Die Texte stammen zu 100% aus der Feder Reeds und sind inspiriert von Frank Wedekinds ‘Lulu’ Theaterstücken ‘Erdgeist’ (1895) und ‘Die Büchse der Pandora’ (1904), die ich (noch) nicht kenne. Es ist nicht das erste Mal, dass diese Werke von anderen Künstlern aufgegriffen wurde ‘ es gibt diverse Filme, Comics und sogar eine Oper von Alban Berg. Auch davon kenne ich leider nichts. Wie werkgetreu Reeds Texte also sind ‘ ich habe keine Ahnung! Was ich aber sagen kann, ist dass die Texte recht extrem sind. Sie sind alle aus der ‘Ich-Perspektive’ erzählt und handeln ohne Beschönigung von Gewalt, Perversion, Hass und Selbsthass, Missbrauch und Selbstmissbrauch (ok, das hab ich irgendwo geklaut) und Sex in seiner hässlichsten Form. Nur mal als Beispiel: die Platte beginnt mit den Zeilen ‘I would cut my legs and tits off when I think of Boris Karloff and Kinski in the dark of the moon’. Weitere Beispiele? Gerne: ‘Blood in the foyer, the bathroom,the tea room, the kitchen and knives splayed. I swallow your sharpest cutter like a colored man’s dick. Blood spurting from me, blood spurting from me’. Oder: ‘I want so much to hurt you, I want so much to hurt you, I want so much to hurt you! Marry me, I want you as my wife!’ Sehr hässliche Texte, aber das ist beabsichtigt. Die Texte sollen schockieren (und das schaffen sie). Man muss sich nicht mit ihnen identifizieren (Gott sei Dank und kann sie trotz der aufkommenden Abneigung und des möglicherweise einsetzenden Ekels faszinierend finden, und genau das tue ich. Ich gebe allerdings zu, dass ich nicht sicher bin, ob es eine echte Rahmenhandlung gibt (ich habe sie noch nicht wirklich gefunden) oder ob das Album lediglich eine Aneinanderreihung von Songs ist, die von den Theaterstücken inspiriert sind. Es ist mir auch gar nicht so wichtig, denn viel entscheidender ist für mich die Frage, ob ich das Album musikalisch interessant finde.
Und um es vorweg zu nehmen: Ja, das tue ich! Obwohl der erste Eindruck auch vom musikalischen Standpunkt aus eher erschreckend war, denn es ist keine leichte Kost und bestimmt nicht leicht zugänglich. Lou Reed singt wenig; größtenteils rezitiert er die Texte im Sinne einer Spoken Word Performance; dies tut er allerdings mit Hingabe. Wenn er doch mal singt (wie gesagt selten), dann gerne auch mal in einem anderen Takt, Tempo und sogar einer anderen Tonart als die Begleitmusik. Man könnte jetzt behaupten, Lou könne einfach nicht singen und einen Ton selbst dann nicht treffen, wenn sein Leben davon abhinge, doch ich glaube, damit macht man es sich zu leicht. Ich bin vielmehr davon überzeugt, dass der äußerst schräge Gesang volle Absicht ist und das Ziel verfolgt, die Krankheit der Texte noch besonders zu betonen und hervorzuheben. Und dieses Ziel wird auch erreicht.
Und Metallica? Nun, es ist wichtig zu verstehen, dass dies KEIN echtes Metallica Album ist. Metallica…
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| Kommentar als LinkGramptallica,
Man sollte es zu schätzen wissen, wenn Künstler »outside the box« denken. Vor allem ein nach innen oft konservatives Genre wie Heavy Metal braucht das um sich nicht ständig nur zu wiederholen. In diesem Sinne ist Metallicas Zusammenarbeit mit dem Indie-Godfather Lou Reed zu begrüßen.
Das ist schon fast das einzig Positive, das mir zu »Lulu« eingefallen ist. Inhaltlich ein Konzeptalbum, das sich an Frank Wedekinds Anfang des 20. Jahrhunderts geschriebener Geschichte einer Femme Fatale orientiert, ist es musikalisch vielleicht das Unhörbarste was mir je untergekommen ist.
Auch isoliert betrachtet, also ohne es mit den Großtaten der ersten 6 Metallica-Alben, Alben die sich in die DNA ganzer Generationen eingebrannt haben, zu vergleichen, wirkt vieles der Instrumental-Musik wie langweiliger, endlos repetierender Ausschuß. Und wenn, selten genug, einigermaßen gelungene Riffs ertönen, so währt die Freude nicht lange: jeder Funke Musikalität wird von Lou Reeds unfassbar nervenraubender, leiernd-schiefer Spoken Words Performance im Keim erstickt. Ohne Rücksicht auf Tonlagen und Rhythmik brabbelt der 70-Jährige wie ein demenz-geplagter Altenheim-Resident über die erschreckend schwache Hintergrundmusik. Hier stimmt aber auch gar nichts. Die oft 8, 11, 19 (!!!!) Minuten langen Stücke (ich würde sie nicht Songs nennen wollen) der Doppel-CD (!!!!) sind so schwer zu hören, dass man sich das seichteste Radio-Programm zurückwünscht. Die gelegentlichen Gesangs-Einwürfe von Hetfield lassen einen Moment aufatmen, wirken aber, wenn man ehrlich ist, so leidlich inspiriert, dass das vielgescholtene »St.Anger«-Album dagegen wie ein melodiös-ausgefeiltes Meisterwerk erscheint.
Ich ziehe in Betracht, dass »Lulu« so sehr Kunst ist wie es sein will, und es mir und dem durchschnittlichen Metal-Fan zum Verständnis einfach an Intellekt fehlt (HURZ!!!).
Es erscheint mir aber viel mehr so, dass es sich einfach nur um aufgeblasenen, prätentiösen Müll handelt, der für die ehemaligen Götter den absoluten Tiefpunkt darstellt. Man stellt sich beim Hören unweigerlich die Frage, ob man gerade einem groß angelegten Witz auf den Leim geht… um das zu verdeutlichen hier die beiden eröffnenden Zeilen des Poeten Lou Reed:
»I would cut my legs and tits off / when I think of Boris Karloff…«
Ich bewundere die Furchtlosigkeit (Abgehobenheit?), die es zu einer solchen Veröffentlichung braucht und freue mich dass die Produktion besser klingt als die von »Death Magnetic«.
Ein Stern ist dennoch zu viel. Vielleicht das schlechteste Album, das ich je gehört habe.
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| Kommentar als LinkUngewöhnlich, experimentell, sehr gut, sehr hörenswert!,
An alle Nörgler, Ignoranten, Besserwisser! Hört Euch dieses Album an – wenn es geht und Ihr es aushaltet: mehrmals hintereinander. Dann – erst dann – Kritik abgeben, und nicht schon vorher oder nur nach dem Durchzappen der Downloads! ICH habe mir dieses Doppelalbum gekauft und GENIESSE jedes Stück! Es ist teilweise verdammt harte Kost, nicht nur von der Musik, auch und vor allem von den Texten her. Ich bin 54 und kenne Lou Reed schon lange. Das ist wahrscheinlich nicht jedem gegönnt. Erst dann bekommt man vielleicht besseren Zugang zu den Texten und der Stimme Lou Reed´s. Ich bewundere Metallica für ihren Mut zu diesem Projekt, allein dafür schon fünf Sterne!
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